Vorabpressebericht zum Deutschen Orchesterwettbewerb 2008
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- Veröffentlicht am 02. Juli 2008
- Geschrieben von Matthias Keßler
Zur Olympiade der Musik
Stadtkapelle Gut vorbereitet zum Deutschen Orchesterwettbewerb
Vor Memmingen und dem fränkischen Unterpfleichfeld setzte sich die Stadtkapelle Marktoberdorf im November beim Bayerischen Orchesterwettbewerb in der Kategorie "Blasorchester" durch und darf sich seither bestes bayerisches Blasorchester betiteln. Ende April fahren die Marktoberdorfer nun zum Deutschen Orchesterwettbewerb (30. April bis 4. Mai) nach Wuppertal. Ihr Ziel: Unter die besten Drei der zehn eingeladenen Orchester zu kommen.
Bis dahin gibt es noch einiges zu tun für die Musiker. Zumal für sie noch ein weiteres größeres Projekt bevorsteht: Gemeinsam mit dem philharmonischen Orchester Irkutsk führen sie am 26. April im Modeon Tschaikowskis "Ouvertüre solennelle 1812 op. 49" auf.
Dirigent Maximilian Jannetti sieht gute Chancen, bei der Bewertung in Wuppertal im ersten Drittel mitmischen zu können. Natürlich spiele auch die Tagesform eine Rolle. Aber die Musiker der Stadtkapelle seien Routiniers. "Die lassen sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen." "Am Schluss wissen wir mehr", meint Jannetti gelassen.
Der Deutsche Orchesterwettbewerb gilt als "Olympiade unter den musikalischen Großereignissen", so der Projektleiter Helmut Schubach vom Deutschen Musikrat. Hier können sich die besten Amateure des ganzen Landes messen. Insgesamt wird er in elf Kategorien ausgetragen. Zum Pflichtstück für Blasorchester, "Manhattan Symphony" von Serge Lancen, haben sich die Marktoberdorfer "The Big Apple" aus der Feder von Johan de Meij ausgesucht. Mit beiden Stücken waren sie bereits beim bayerischen Wettbewerb in Bad Windsheim so überaus erfolgreich. Die Werke sinfonischer Blasmusik seien, so Jannetti, von Grund auf einstudiert worden. Als sie nun nach längerer Pause, nach intensiven Registerproben und bei einem Probewochenende in Violau Ende März wieder aufgelegt wurden, kamen sie, so Jannetti, "tiefer im Ausdruck und selbstverständlicher in der Interpretation". Die längere Pause habe zur Reife beigetragen. Parallel wird für den Auftritt mit dem philharmonischen Orchester Irkutsk geübt. Erst kurz vor der Aufführung aber ist eine gemeinsame Probe möglich.
Aus Hobby soll kein Stress werden
Im Wesentlichen werde nicht mehr Probenaufwand als sonst betrieben, sagt der Vorsitzende der Stadtkapelle, Wolfgang Friedl. Auch wenn sich für die 68 Musiker jetzt zu den üblichen Freitagsproben Zusammenkünfte an Sonntagen gesellen. Die Musik solle nicht zum Stress ausarten. Sie sei nach wie vor Hobby und solle Spaß machen. In Wuppertal stoße man auf starke Konkurrenz. Alle freuten sich jedoch auch auf ein schönes Miteinander.
Erstmals hat die Stadtkapelle den Sprung zum Deutschen Orchesterwettbewerb geschafft, der alle vier Jahre ausgetragen wird. 2004 hatte sie die Teilnahme nur knapp verpasst. Verbunden damit ist aber nicht nur eine optimale Vorbereitung, sondern auch ein finanzieller Kraftakt. 11 000 Euro - davon allein 5000 Euro Meldegebühr - kostet sie die Reise nach Wuppertal. Als Sponsor steuerten die VWEW bereits 2000 Euro bei. Laut Friedl ist die Kapelle aber auf der Suche nach weiteren Unterstützern.
Spendenwillige können sich melden bei der Öffentlichkeitsbeauftragten der Stadtkapelle, Ramona Günther, unter Telefon 08342 899194 oder E-mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Bericht in der Allgäuer Zeitung vom 14. April 2008 verfasst von Gerlinde Schubert.
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